Danke, Frau Dr. Franke!

Kaum habe ich mich für das Sommerloch entschuldigt, stoße ich (es ist ja Sommerloch) bei abgeordnetenwatch.de auf die Antwort von Frau Dr. Edith Franke zur Frage, ob Ausländer das Wahlrecht bekommen sollen. Ihre Antwort lautet “Nein”.
Frau Dr. Franke hat als Leiterin der Dresdner Tafel viel Gutes und zuvor als hauptamtliche SED-Sekretärin an der TU Dresden eher weniger Gutes bewirkt. Heute kandidiert sie für die “LINKE” um ein Direktmandat zur Landtagswahl im Wahlkreis Dresden III (Altstadt/Neustadt). Ich finde ja, man sollte auch Menschen mit Vergangenheit in erster Linie anhand ihrer aktuellen Positionen bewerten. Bei Frau Dr. Franke kennen wie diese jetzt. Vielen Dank dafür!

6 Kommentare zu „Danke, Frau Dr. Franke!“

  1. hartmut says:

    und um die Frage “5. Wir brauchen mehr Zuwanderung” hat sie sich gleich ganz rumgemogelt. Na wenn das keine Absicht ist …

  2. mensch mit geschichte says:

    Es ist schön, vom wahlkämpfenden BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-Politiker zumindest ein ?Recht auf Vergangenheit? (hört, hört) zugebilligt zu bekommen. Bisher dachte ich, wir hätten alle Geschicht(n)/Vergangenheit(en)/Biographie(n) mit mehr oder weniger Brüchen.
    Doch der studierte Historiker Wesjohann möge mir bitte mal erklären, worauf seine Wertung ?Frau Dr. Franke hat ? zuvor als hauptamtliche SED-Sekretärin an der TU Dresden eher weniger Gutes bewirkt? basiert. Auf (neuen) wissenschaftlichen Erkenntnissen? Akten? Opfern?
    Dem grünen Gut”menschen ohne Vergangenheit? sollte die Antwort leicht fallen. Und schließlich: Respekt! für die Schnelligkeit, just am gleichen Tag die Antworten von Frau Dr. Franke im eigenen Blog verwurschtet zu haben, trotz des sprichwörtlichen Sommerlochs.

    PS: Und bitte, die Partei gibt?s immerhin schon seit 2 Jahren, der Einfachheit halber die Gänsefüßchen weglassen und DIE LINKE schreiben bzw. im Fließtext von der LINKEN, Danke!

  3. admin says:

    Lieber mensch mit geschichte, Sie werden mir doch die Einschätzung erlauben, dass ich Frau Dr. Frankes Wirken bei der Dresdner Tafel als segensreicher einschätze als das in der SED, oder? Sie können das gerne anders herum sehen, aber man muss nicht mal studierter Historiker sein, um zu erkennen, dass die SED vollumfänglich gescheitert ist. Von “Opfern” haben SIE geschrieben (wieso eigentlich?) – nicht ich.
    Der Partei, die sich DIE (!) LINKE nennt, und ihren Anhängern, kann ich nur sagen, dass ich solche Alleinvertretungsansprüche niemals anerkennen werde. Übrigens teile ich auch nicht die Einschätzung, dass die Partei vor 2 Jahren neu entstanden sei. Das ist ein Märchen, und spätestens seit der Zeit, in der ich mich mit historischem Materialismus befasst habe, glaube ich nicht mehr an Märchen.

  4. Hallo Achim,

    um ehrlich zu sein, bin ich auch etwas an diesem Abschnitt hängengeblieben “… und zuvor als hauptamtliche SED-Sekretärin an der TU Dresden eher weniger Gutes bewirkt” …

    Mich würden diesbezüglich auch konkretere Hintergründe etc. interessieren … ich meine, das klingt etwas pauschal, ohne dass ich Frau Franke verteidigen möchte. Ich sehe selbst die Tafel-Bewegung kritisch und nach dem Lesen dieser beiden Artikel – http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20576/1.html & http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30562/1.html – noch ein wenig mehr.

    Ich möchte vielmehr anmerken – ohne gleich einen West-Ost- oder Ost-West-Konflikt vom Zaun zu reißen 🙂 -, dass es immer etwas eigenartig kommt, wenn “westdeutsch Sozialisierte” sich plötzlich in den Reigen, der in der Essenz nach “wenn die DDR gescheitert ist, dann lag””s an der SED und somit haben die alle Schuld” riecht, einreihen.

    Etwas mehr Differenzierung kann nicht schaden, nicht nur als Politiker, sondern auch als Mensch … schließlich will man ja Probleme lösen und nicht nur drüber kommunizieren.

    In diesem Sinne … alles Gute, Micha.

  5. Tafelinsider says:

    Auch ihre jetzige Tätigkeit ist nicht unumstritten. Den Geist des autoritären Parteisekretärs konnte sie nie ablegen. Dafür spricht das sie sich all die Jahre mit fremden Federn schmückte. Die Initiativen und der Mammut Anteil an dem die Arbeit der Dresdner Tafel gemessen wird haben andere geleistet die aber bescheidener Weise im Hintergrund blieben
    diesen gebührt eigentlich der Dank und die Anwrkennung. Franke nutzt eigentlich ihre Rolle nur dafür ihren überdimensionalen Geltungsdrang zu befrieden und sich selbst als Mutter Theresa zu adeln. Dabei hat sie bisher jeden Anspruch auf Recht und einfache Umgangsformen in der Führung der Tafel gebrochen. Es ist unverständlich wie mit dieser Sozialromantikerin linke Politik möglich war. Es sei dank das das die Fraktion im sächsischen Landtag und viele der Dresdner Wähler unterdessen erkannt haben..

  6. admin says:

    Ich lasse das mal so stehen. Die aktuelle Presselage scheint auch auf solche Beobachtungen hinzudeuten. Aber ich mache mir das nicht zu eigen, weil ich es nicht überprüfen kann.

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