Zusammenbleiben

Ein Aufkleber

von der „Basisgewerkschaft“ (höhö) FAU: „Niemand muss allein sein, wenn alle zusammen stehen.“ Oder so ähnlich, ich weiß es nicht mehr genau. Ich blieb am „zusammen stehen“ hängen.

Die Technik der Verbbildung durch Zusammenschreibung kommt uns offenbar allmählich abhanden. Natürlich ist nicht gemeint, dass irgendwelche Anarchist*innen, die sich für Arbeiter*innen halten, irgendwo zusammen STEHEN, sondern gefordert wird, dass sie ZUSAMMENSTEHEN.

Ich glaube, das war so ein Punkt, wo die Rechtschreibreform zwar einen Rückzieher gemacht hat, der Schaden anscheinend aber nachhaltig angerichtet wurde: Das Wort „liebhaben“ muss gar nicht mehr in „lieb haben“ aufgelöst werden. Aber das interessiert nicht mehr, dass es einen Unterschied bedeutet, ob man auf der Bank sitzen bleibt oder in der Schule sitzenbleibt. Oder ob wir zusammenkommen oder zusammen kommen.

Bedauerlich!

Ein Gedanke zu „Zusammenbleiben“

  1. Ja, eine interessante Beobachtung, dass das Deppenleerzeichen nach den Substantivkomposita jetzt auch noch auf die Verben übergreift. Aber wie bei jeder Sprachgebrauchs- oder Orthografie-Kritik gilt auch hier: Was willste machen! In den Chor der dabei von einem Verfall oder Verlust unkenden mag ich nicht einstimmen, der Wille zur nuancierten Ausdrucksweise wird sich andere Wege suchen.

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